JACK WOLFSKIN Abmahnwelle – Werbemasche?
Zur Zeit laufen einige Blogs wegen der JACK WOLFSKIN Abmahnwelle heiß und verschaffen der Bekleidungsfirma JACK WOLFSKIN zur einer weltweiten und kostenlosen Promoaktion, die nichtmal die besten Werbeagenturen der Welt so schnell und effektiv hinbekommen hätten. Abmahnungen als Werbemittel?
Doch zurück zum Anfang. Was ist passiert und warum mahnt das Unternehmen JACK WOLFSKIN ab?
Seit einiger Zeit haben Hobbybastler und Hobbyverkäufer das Tatzenlogo für Eigenkreationen benutzt. Das bekannte Taztenlogo von JACK WOLFSKIN wurde in identischer oder etwas abgewandelt für verschiedene Produkte von Hobbybastler verwendet. Hätten diese Hobbybastler nur ein Produkt oder nur für den Eigenbedarf produziert, dann wäre es zu diesen Abmahnwellen nicht gekommen, aber diese sogenannten Hobbybastler haben ihre Produkte zum Verkauf online gestellt.
Bei manchen Hobbybastlern ist es deutlich zu erkennen, das sie das Logo verwendet haben, um ihre Produkte attraktiver zu machen (sogar, wenn diese behaupten es ohne Absicht gemacht zu haben). Kurz gesagt, um sie einfacher zu verkaufen. Das ist verboten, weil das Tatzenlogo rechtlich geschützt ist. Wenn ich jetzt z.B. das ADIDAS Logo auf 10 Tshirts drucken würde, oder auf 10 selbstgestrickte Mützen nähen würde, dann wäre das auch verboten. Ist doch logisch, oder?
Einige Blogger wollen und können das nicht einsehen und regen sich öffentlicht gegen die Schutzmaßnahmen des Unternehmen JACK WOLFSKIN auf.
Aber vielleicht ist das ja alles ein absichtlich provozierter Werbetrick des Unternehmens. In der Vergangenheit erlebten wir viele Abmahnwellen von Unternehmen gegen einzelne Personen, die in kürzester Zeit eine Welle von Online Protesten nach sich zog. Manche Abmahnfälle schafften es in Magazine wie Spiegel, Stern, oder sogar in die Fernsehnachrichten. Das erzeugte eine unglaublich große Verbreitung des Namen des Unternehmens und somit auch das Interesse auf das Unternehmen. Eine bessere Werbung könnte es garnicht geben und dabei fast kostenlos. Die Reaktionen und Ergebnisse sind trotz negativen Beiträgen für das Unternehmen positiv zu bewerten, denn: Abmahnung erzeugt Ärger, Blogger schreiben Kritik und es verbreitet sich im Schneeball Effekt und in kürzester Zeit ist die Abmahnung und der Name des Unternehmens weltweit bekannt und in aller Munde. Sogar Leute, die noch nie was mit dem Unternehmen gehört hatten, lernen das Unternehmen kennen. Diese sind neugierig und forschen nach und landen oft auf den Onlineshops oder Produkten des Unternehmens. Trotz Kritik und negativen Meinungen konsumieren sie. Dann ist es meistens so, das sich das Unternehmen vor aller Öffentlichkeit entschuldigt und die Abmahnung fallen lässt, weil man ja nett ist etc. – das wiederrum sorgt für neue Schlagzeilen und neue neugierige potenzielle Konsumenten…
Wahrscheinlich haben Marktforscher in den letzten Jahren die Reaktionen und den Effekt der Abmahnwellen von Unternehmen genau untersucht. Vielleicht sind sie zu den Ergebnis gekommen, dass so eine Abmahnung im “Goliath gegen David” Prinzip dem Unternehmen einen Millionen Extragewinn und weltweite Verbreitung des Markensnamen einbringt.
Abmahnwellen als Marketinginstrument? Wundern würde es mich nicht. Der Mastermind von Jack Wolfskin Manfred Hell wird den WERBEBLOGGER demnächst treffen und sich zur Abmahnwelle genauer äußern.
Falls jemand ein geschütztes Logo oder Bild nutzen will, dann muss er mindestens 7 wichtige Merkmale des Bildes/Logos/Grafik ändern, um sich gegen Abmahnungen zu schützen. Z.B. die Größe, die Farbe, die Form etc.
Tags: Abmahnung, Jack Wolfskin






Oktober 22nd, 2009 at 07:39
Schon mal die abgemahnten Sachen angeguckt???
Da hat keiner an JW gedacht, um seine sachen zu verkaufen! Totaler Blödsinn!
Lieber besser recherchieren, bevor man so einen Artikel schreibt!!
Oktober 22nd, 2009 at 08:39
Ich arbeite schon sehr lange als Grafiker und mit Logodesign hatte ich schon eine Menge zu tun (ich habe z.B. das Logo von http://www.spickmich.de entwickelt etc.) und leider sind viele der Tatzen dem Jack Wolfskin Logo zu ähnlich.
Sie sind nicht gleich, aber ZU ähnlich.
Wenn ich so eine Tatze benutzt hätte, dann hätte ich direkt Ärger vom Art Director bekommen.
Es ist egal, ob da jemand an das Jack Wolfskin Logo gedacht hat, der Fakt ist, viele der verwendeten Tatzen sind dem Logo zu ähnlich…
Der einfachste Test: man schaut sich die Tatze an und fragt sich: an was erinnert dich das?
Jack Wolfskin kommt sofort in Sinn (bei Leuten, die das Jack Wolfskin Logo kennen)
Das Problem ist, das Unternehmen hat sich das Logo gesichert und so hat es das Recht sein Logo gegen Nachahmung zu schützen.
Aber am Ende muss das Gericht entscheiden oder das Unternehmen Jack Wolfskin selbst.
Oktober 22nd, 2009 at 10:26
Ich glaube kaum, dass sie so weit Web.aktuell.kundig sind, um sich so eine Masche auszudenken.
Ausserdem kann ich bestätigen, weil selbst betroffen in einem keineswegs weniger brisanten Fall, man schon lange zuvor abgemahnt.
Und die eBay Welt hat schon viel länger von noch komischeren Sachen berichtet. Gebrauchter Rucksack verkauft, der angeblich eine Fälschung sein sollte, aber siehe da, der Verkäufer hatte sogar noch Kaufbelege…
Es ist wohl ein Fehler im System. Die Kanzlei gilt als eine der Top 10 Marken Kanzleien. Aber im Sinne von Markenanmeldungen und Notierungen beim DPMA. Ich glaube die Damen und Herren in der Fabrik haben immer noch nicht das Web gefunden.
Für mich unklar, immer noch, JW hat die Wortmarke “Tatze” eintragen können!!!
Keine Werbemasche – Die Abmahnungen sind eben gar nicht neu.
Oktober 22nd, 2009 at 10:35
@admin: Naja, wenn Du Grafiker bist, dann sagt Dir auch sicher Schöpfungshöhe etwas. Im vorliegenden Fall geht es nicht um das Urheberrecht, den hier wäre ein authentischer Pfotenabdruck schlicht nicht schützenswert. Hier geht es ums Markenrecht – und hier muss JW beweisen, daß hier tatsächlich einen Markenrechtsverletzung vorliegt. Eine Abmahnung ist erst einmal eine Behauptung.
Und ich wage sogar zu behaupten, daß JW einen gerichtlichen Prozess meiden wird, wie der Teufel das Weihwasser. Dafür spricht, daß derzeit ausnahmlos kleine Fliegen angegangen, während große Unternehmen mit Tatzen im Logo und auf den Produkten (z.B. HURTA) gemieden werden, den die hätten die Power und das finanzielle Polster, so einen Prozess bis zum Ende auszufechten. Im Gegensatz zu Hobbybastlerinnen.
Oktober 22nd, 2009 at 10:54
Das mein ich doch. Sie wissen genau was sie tun.
Oktober 22nd, 2009 at 12:16
Das man sich durch Abmahnungen schnell einen schlechten Namen macht, scheint den meisten noch nicht bewusst geworden zu sein. Ich kann es ja durchaus verstehen, wenn eine Firma sich seine Marke sichern möchte. Aber ich denke das man dies auch ohne entgeltliche Abmahnung durchsetzen kann.
Oktober 22nd, 2009 at 14:40
Lieber Admin,
haben Sie sich wirklich mal einige der abegemahnten Produkte angeschaut? Ich glaube eher nicht, denn hätten sie es getan, wäe auch ihnen aufgefallen, daß diese Pfoten nichts mit dem JW-Logo gemein hatten.
Wenn dem so wäre und auch die von den Hobbybasterlinnen benutzten Pfoten unter den Markenschutz von JW fallen, dann bekomme ich mit meinen Hunden bei Regenmatsche und Schnee echte Probleme, denn das was die 2 dann in den Matsch hämmern, dafür kann mich JW dann auch verklagen.
Vielleicht sollte ich über Schuhe für meine Hunde nachdenken??
Oktober 22nd, 2009 at 16:30
Urheberrecht? Was ist das? Ein noch nicht dagewesenes Logo zu er-finden ist nahezu unmöglich. Der große Fisch kauft sich einfach ein bestehendes und nennt es sein eigen. C’est la vie.
Oktober 23rd, 2009 at 01:57
Teilweise wurden wurden erworbene Stoffe mit eingetragenen Motiven Dritter verwendet, zu behaupten dass JW an diesen Rechte hat ist schon albern. Natürlich sehen die Pfoten der JW-Pfote ähnlich. Eine Pfote bleibt eine Pfote. Was den Werbeeffekt angeht, kann man sich bei der Firma Jako erkundigen, die haben etwas in der Art auch schon mal versucht und es bitter bereut.
Und wer bei diesem Shirt an JW denkt, hat einfach zu viel Fantasie:
http://www.focus.de/digital/internet/jack-wolfskin-tatze-abmahnwelle-gegen-hobby-designer_aid_446159.html
@ Fish
Wieso kaufen? Man vergleiche das früher nicht geschützte Logo der TAZ mit dem von JW.
Oktober 25th, 2009 at 07:23
[...] Lumma rät dagegen auf dem Teppich zu bleiben, und sich auch mal in die Marke hineinzuversetzen, Jörg-Olaf von Netzpolitik sieht dies [...]